Antworten

Herzlich willkommen …   

… auf der Seite, auf der ich ein paar erste Antworten auf all die Meinungen, Reaktionen und Empfindungen, die das Buch ausgelöst hat, gebe. Weil ich ab jetzt direkt auf jedes Feedback antworten kann, gelten diese hier für alle Mails, die bis heute (27.02.10) im Gästebuch eingegangen sind. Alle neuen beantworte ich dann direkt. Erst einmal aber vielen Dank an jeden Einzelnen für jedes einzelne Wort der Kritik. Ist ja immer wieder hilfreich und wohltuend, solange es weiterhin so tapfer verschwiegen wird. Obwohl manche Leser ja sogar fordern, das Buch gleich an allen Schulen zu verteilen – aber? Vor einiger Zeit klingelte das Telefon, Angelika Barbe, früher eine der bekannten Bürgerrechtlerinnen, heute Mitarbeiterin der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, sagt: “Herr Preuß, halten Sie sich fest. Die Linken im Vorstand der Landeszentrale haben durchgesetzt, dass Sie nicht mehr über uns gebucht und vermittelt werden können.” Ich habe mit dem Buch ja schon vieles erlebt, es wird verschwiegen, verheimlicht, aber gleich mal wieder verboten?  Sie haben sich eben nicht geändert. Was nicht überrascht, die Wahrheit konnten sie noch nie vertragen. Anders die Schüler. Die freuten sich immer wenn ich mit dem Buch kam und ihnen vorgelesen habe, was im geteilten Deutschland eigentlich so los war. Dass die Genossen darüber nicht erfreut sind, ehrt mich zwar und zeigt eigentlich nur, dass ich das richtige Buch über diese Zeit geschrieben habe – trotzdem. Für ein Land wie Deutschland ist das eigentlich unwürdig und so bleibt die gute, alte Mund-zu-Mund-Propaganda weiterhin die einzige Möglichkeit, der großen Masse das Buch bekannt zu machen. Bedarf nach Geschichten aus UNSEREN Zeiten ist ja da. Der jüngste Leser bis jetzt ist schöne 12 Jahre, die älteste stolze 97…   

   

…und alle sind begeistert. Am meisten freut mich aber, dass es „hüben“ wie „drüben“ durch alle Generationen gelesen wird. Die einen erinnert es daran, was sie alles erlebt haben, die anderen, was sie alles verpasst haben. Obwohl die Zeit schon lange her ist, fiel mir das Erinnern beim Schreiben nicht schwer. Ich hatte schon ziemlich früh vor, darüber mal ein Buch zu schreiben – obwohl ich nie Tagebuch geführt habe, wie ich immer wieder gefragt werde. Ich hielt all die guten wie schlechten Erlebnisse und Ereignisse, Dokumente und Briefe aber immer bereit, um die Geschichte irgendwann zu erzählen, einfach so, ohne jede Verklärung. Vielleicht erinnert es deshalb so viele Leser so tief an ihr eigenes Leben – was mir nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Journalist gefällt. Weil ich mit “VVV?” gerne auch eine ganz neue Diskussion über unsere jüngste deutsche Vergangenheit und Gegenwart beginnen würde, ein “Ost-68ig”, wie ja auch schon von einigen Lesern im Zusammenhang mit dem Buch gefordert wurde. Notwendig wäre es auf alle Fälle. Damit in diesem Land nie mehr jemand fragt, ob es „Recht oder Unrecht?“ ist, 17 Millionen Menschen bei lebendigem Leib einzumauern und auf der Flucht zu erschießen. Für das „Land der Dichter und Denker“ eigentlich eine geistige wie moralische Bankrott-Erklärung – finde ich zumindest, erst recht nach acht Jahren Australien. Allein die Frage wäre dort unvorstellbar. Es heißt eben nicht umsonst das „Lucky Country“. Dort endet das Buch. Auch noch in einer Stadt am Meer. Ganz so, wie wir es uns immer erträumt haben. „Never give up!“ Das wäre auch ein schöner Titel für das Buch gewesen. Ich sage das nur wegen den immer mal wieder aufkommenden Bemerkungen und Mäkeleien über Titel und Cover. Wenn es zwei Meinungen über das Buch gibt, dann darüber.   

Als Journalist weiß ich natürlich, wie wichtig beides für den Erfolg eines Buches ist. Deshalb stand schon von Anfang an fest, dass es in Schwarz-Rot-Gold gekleidet wird, um gleich auf den ersten Blick zu provozieren. Aber dann fiel Deutschland in ein kollektives Sommermärchen und seitdem ist es ja sogar Schwarz-Rot-Geil!, die Farben seiner Heimat zu tragen. Zum Glück für Deutschland. Aber für mich? Ich musste mich wieder mal entscheiden – und blieb dabei. Es ist nun mal eine deutsche Geschichte, auch wenn sie auf der ganzen Welt spielt.   

Und der Titel? Den habe ich gewählt, weil ich keine anderen drei Worte fand, die unsere Geschichte besser beschreiben, als „VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET?“ Obwohl ich natürlich auch weiß, dass ich damit in jedem Feuilleton durchfalle. Alles, was „kitschig“ wirkt, hat es in Deutschland ja immer etwas schwerer, erst recht, wenn es auch noch den Anspruch hat, ernst genommen zu werden. Ich glaube, das hat mit Gefühlen zu tun, die lassen wir Deutsche eher nicht so sehr aus uns heraus oder an uns heran. Auch das ist anders im anderen Teil der Welt. Je mehr Gefühle sich beim Lesen regen, desto besser ist die Geschichte – obwohl auch das hier mit dem Sommermärchen schon etwas besser geworden ist. Geheult haben jedenfalls schon viele beim Lesen. Von der Softie-Fraktion bis zu den Ganztätowierten. Genauso wie gelacht. Es war ja nicht alles schlecht …   

Auch das soll die Geschichte rüberbringen – was ganz wichtig ist für das Einordnen dieser Zeit in seinem eigenen Leben. Als geborener Ostler hat man dabei den Vorteil, beide Seiten zu kennen und, wenn man will, zu beschreiben. So wie ich. Heraus kam das Ehrlichste, was es heute in Deutschland über Deutschland zu lesen gibt. Weil es von Anfang an eine wahre Geschichte ist, persönlich wie politisch. So ist es nun mal gewesen in den geteilten Zeiten, auch wenn das viele der Beteiligten heute nicht mehr wahrhaben wollen, relativieren oder ganz abstreiten. Nicht nur im Osten, auch im Westen. Dort wissen sie bis heute nicht viel über das Leben in der „Ostzone“. Erst mit meinem Buch ändert sich das etwas, wie im Gästebuch ja öfters zu lesen ist. Das freut mich natürlich, denn wie gesagt, am liebsten wäre mir, wenn ich damit einen ganz neuen Blick zurück starten könnte. Gerade für die nächste Generation wäre das ja wichtig. Die kann sich erst Recht nicht mehr vorstellen, wie es ist, hinter Mauer, Stacheldraht und Todesstreifen groß zu werden. Sie lebt heute in Freiheit, das wichtigste, was 1989 erkämpft wurde und schon deshalb wäre “Freiheit!” auch ein guter Titel gewesen, denn um Befreiung (geistige wie körperliche) geht es ja von der ersten bis zur letzten Seite, als wir in einem der freisten Länder der Welt landen….   

Dort wird Teil 2 von „VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET?“ beginnen. Eine Fortsetzung wird ja immer wieder gefordert und in der Messeausgabe habe ich sie ja auch versprochen. Zu erzählen gibt es viel. Führte der erste Teil von Deutschland nach Australien, führt der zweite von Australien wieder zurück nach Deutschland. Ich freue mich schon, ist ja einiges passiert…….Auch wenn ich noch auf das passende „Happyend“ warte. Immerhin habe ich schon den ersten Satz. Der ist ja beinah so wichtig wie der Titel und das Cover. Beides werde ich (trotz aller Skepsis auf den ersten Blick) nicht mehr ändern – getreu dem heimlichen Motto des Buches: „Go your own way“. Das wäre auch ein passender Titel gewesen, aber – wie gesagt – ich habe mich nun mal für den „kitschigsten“ von allen entschieden, weil ich glaube, es gibt kaum eine Geschichte, auf die „VERLIEBT, VERLOBT, VERHEIRATET?“ besser passt als unsere. Schließlich ging sie vor über 30 Jahren, mit schönen 14, so los, dann so weiter und ob sie am Ende auch so aufhören wird, weiß man, wenn man mit dem Buch durch ist. Bis dahin sorgt das Fragezeichen für Spannung. Sogar erfolgreich, denn spannend finden es ja auch viele: „Man will immer wissen wie es weitergeht.“ Wie in einem guten Film, sag ich mal, wegen des immer wiederkehrenden Vorschlags, aus der Geschichte auch einen Film zu machen. Dass ich das immer schon vorhatte, weiß jeder, der sie gelesen hat, deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass auch das eines Tages passieren wird. Zumal der Stoff wie geschaffen fürs Kino ist. Liebe, Reisen, Fußball, Politik – eigentlich ist alles dabei. Alles, was Millionen so oder so ähnlich erlebt haben und viele haben sich schon gemeldet – im Gästebuch wie auf der Straße oder bei meinen Lesungen und täglich werden es mehr, was mich zwar freut, aber nur zur Hälfte. Denn zurzeit ist das Verhältnis ungefähr so: Einer kauft es, zehn lesen es. Weil 9,5 danach sagen: „Geile Geschichte!“, bin ich als Schriftsteller zufrieden. Aber als Verleger? Arbeite ich einfach weiter daran, es in ganz Deutschland, sogar der ganzen Welt bekannt zu machen. Gelesen wird es ja längst weltweit, wie ja auch im Gästebuch zu sehen ist. Sogar in Australien. Dort habe ich die Geschichte aufgeschrieben, im schönen Byron Bay, wo die Delphine jeden Morgen zum surfen kommen:   

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Genau die richtige Begleitung um ein paar Meter vom Strand entfernt, in unserem Haus   

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das Buch fertig zu machen um es in Deutschland herauszubringen. Etwas anderes blieb mir  nicht übrig, damit es unzensiert und damit so authentisch wie möglich jeden Leser erreicht. Obwohl mir eine der „Chefeinkäuferinnen“ der Deutschen Verlagsszene vorher sagte: „In Deutschland schaffen Sie das alleine nie! In Amerika vielleicht, aber nicht hier.“ Einmal, weil die deutsche Buchmafia schon dafür sorgt, dass niemand neben ihnen auf dem Markt Erfolg hat, und einmal, weil der deutsche Leser ist wie er ist. Bevor “der Führer” nicht sagt, dass etwas gut ist, wird es nicht ernst genommen. Weil sich die Menschen hier immer noch lieber auf Andere statt auf sich selbst verlassen.  Aber als unverbesserlicher Optimist war meine Antwort: „Dann bin ich eben der Erste.” Ich glaube ja an die eigene Kraft jedes Einzelnen, körperlich wie geistig, und wer mich und sich darin bestätigen will, der braucht es nur zu bestellen, drei Tage später ist es da – und der große Trip noch einmal zurück kann beginnen. Ohne jede Verklärung, aber mit einer Menge Spaß…..   

In diesem Sinne, Ihr Torsten Preuß

Eine Reaktion zu “Antworten”

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  1. ilona sagt am 27. Mai 2011 um 21:26:

    hallo torsten,

    ich maile dich kurz an, weil matthias mir dein buch empfohlen hat. hast du erfahrung, wie schnell der versand nach bestellung geht? grund ist, dass ich nächste woche donnerstag in urlaub flieg und falls das länger dauern sollte mit der lieferung, würde ich erst danach bestellen
    unbekannterweise lieber gruß
    ilona

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